Bergische Kräher Merkmalsbeschreibung

Herkunft:

Bergische Kräher aus den frühen 1930er-Jahren

Im Bergischen Land aus den südosteuropäischen Sandžak-Krähern und westeuropäischen Rassen entstanden. Dort seit Beginn des 19. Jahrhunderts nachweisbar. Mehrere Zuchtrichtungen mit unterschiedlich hohem südosteuropäischen Anteil.

Zuchtziele:

Großes, stattliches Huhn mit dem typischen, verlängerten Krähruf der Hähne, ausgeprägten Leistungseigenschaften, vorhandenem Bruttrieb, ruhigem, zutraulichen Charakter und möglichst großer genetischer und phänotypischer Variabilität. Sehr gut geeignet für Hobbyhalter und Selbstversorger.

Krähruf:

Krähender Bergischer Kräherhahn

Hauptrassemerkmal ist der verlängerte Krähruf der Hähne, der, mit tiefer Stimme zunächst ansteigt, dann fällt und mit dem „Schnork“, einem Laut, der entsteht, wenn der Hahn wieder Luft einsaugt, endet.

Gesamteindruck:

Großes, kräftiges Huhn mit gestrecktem Körper, aufgerichteter Haltung und hoch getragenem Schwanz auf gut mittelhoher Stellung; stolze Haltung; fest und hart im Gefieder. Einfach- oder kronenkämmig, z.T. auch mit Schopf vorkommend; verschiedene Farbenschläge.

Das Erscheinungsbild Bergischer Kräher alter Zuchtrichtung orientiert sich an historischen Quellen aus der Frühzeit der Rasse vor der Standardisierung und ähnelt stärker dem der Sandžak-Kräher, während Tiere der neuen Zuchtrichtung einen deutlichen Bezug zum standardisierten Schautyp zeigen.


Merkmale Hahn:

Bergische Kräherhan aus dem Jahr 2005

Rumpf: walzenförmig; gestreckt; kräftig; aufgerichtete Haltung‘

Hals: lang; in flachem Bogen nach vorn gestreckt; langer, aber nicht zu voller Behang

Rücken: gerade oder leicht nach oben gebogen

Schultern: gerundet; wenig hervortretend

Flügel: fest anliegend

Sattel: breit; mit nur mäßigem Behang

Brust: leicht gewölbt, angehoben getragen

Bauch: voll und ausgeprägt

Schenkel: mittellang; gut sichtbar; muskulös; straff befiedert

Läufe: gut mittellang; kräftig; graublau

Gefieder: straff und hart; fest anliegend

Schwanz: gut ausgebildet; in deutlichem Winkel zum Rücken getragen

Kopf: gestreckt; breit, glattköpfig oder mit Schopf

Gesicht: rot, mit Haarfederchen besetzt

Kamm: mittelgroßer Steh- oder Kronenkamm; mit etwas hochstrebender Fahne

Kehllappen: mittellang

Ohrscheiben: mittelgroß; mandelförmig; zu mindestens 50 % weiß

Augen: orangefarben bis hellbraun; das dunkle Lid mit Härchen besetzt

Schnabel: stark an der Wurzel; lang; hornfarbig

Merkmale Henne:

Bergische Kräherhenne aus dem Jahr 2006

Weniger aufgerichtet und etwas niedriger im Stand als der Hahn, mit vollem, nach hinten ausladendem Bauch. Ansonsten dem Hahn bis auf die genetisch bedingten Unterschiede entsprechend.


Farbenschläge:

Bergische Kräher cremefarbig Ende 19. Jh. aus franz. Hühnerbuch

Schwarz-goldbraun gedobbelt

Hahn: Hals- und Sattelbehang goldbraun, jede Behangfeder mit möglichst schwarzem Saum und schwarzer Spitze (rußig), jedoch ohne schwarzen Schaftstrich. Rücken goldbraun bis schwarz. Schultern und Flügeldecken leuchtend goldbraun. Außenfahnen der Arm- und Handschwingen goldbraun; Innenfahnen schwarz bis goldbraun. Große Flügeldeckfedern goldbraun mit grober schwarzer Säumung, zwei bis drei grünglänzende Binden bildend. Brust schwarz mit schwacher, oft verdeckter Dobbelung an dem Seitengefieder. Schenkel, Bauch und Hinterpartie schwarz. Schwanz schwarz mit grünem Glanz.

Henne: Hals, Sattel, Schwanz und Bauchpartie schwarz; goldbrauner Schaftstrich im unteren Teil des Halsbehanges und leichte braune Rieselung der großen Schwanzdeckfedern gestattet. Schultern und Oberrücken mit schwacher, unregelmäßiger Dobbelung. Brust schwarz mit goldbrauner, meist nur an den Seiten leicht ausgeprägter Dobbelung. Außenfahnen der Arm- und Handschwingen goldbraun; Große Flügeldeckfedern goldbraun mit grober schwarzer Säumung; ein bis zwei Binden bildend.

Schwarz-silber gedobbelt

Zeichnungsbild entsprechend Schwarz-goldbraungedobbelt, jedoch sind hier alle goldbraunen Farbpartien weiß- bis cremefarbig.

Gold-schwarzgetupft

Hahn: Goldrote Hauptfarbe; Kopf, Haube, Hals- und Sattelbehang sowie Rücken möglichst mit rein schwarzer, wenig hervortretender Federspitzenzeichnung. Brust, Flügeldecken und Binden mit ovalen, nicht kreisrunden, schwarzen Endtupfen. Schwingen goldbraun mit schwarzen Endtupfen, die Innenfahnen der Armschwingen mehr oder weniger schwarz durchsetzt. Schwanz möglichst braun mit schwarzen Endtupfen, schwarze Einlagerungen gestattet. Bauch und Afterpartie braun mit schwarzen Einlagerungen.

Henne: Satte goldbraune Hauptfarbe; Kopf goldbraun, Haube schwarz mit goldgelber Säumung. Halsbehang goldbraun mit schwarzer Federspitzenzeichnung. Brust und Mantelgefieder mit ovalen, nicht kreisrunden schwarzen Tupfen an den Federenden. Schwingen wie beim Hahn. Schwanz mit schwarzen Endtupfen. Bauch und Afterpartie braungrau. Untergefieder bei Hahn und Henne grau.

Silber-schwarzgetupft

Zeichnungsbild entsprechend Gold-schwarzgetupft, jedoch sind hier alle goldbraunen Farbpartien weiß- bis cremefarbig.


Gewichte: Hahn 3–3,5 kg, Henne 2-2,5 kg

Legeleistung: ca. 130 Eier pro Jahr

Eigewicht: 55-60 g

Schalenfarbe der Eier: weiß-cremefarbig

Bruttrieb: besonders bei Tieren alter Zuchtrichtung vorhanden; angestrebt wird eine weitere Verbreitung und Stabilisierung innerhalb der Population.

Wesensmerkmale: sehr aktiv und aufmerksam, gute Futtersucher, können bei entsprechender Betreuung sehr zutraulich werden, ausgeprägtes Rangordnungsverhalten, flugfähig. Besonders Tiere neuer Zuchtrichtung haben einen hohen Raumbedarf, reagieren empfindlich auf schnelle Bewegungen und sind für die Haltung in großen Aufzuchtgruppen ungeeignet. Um die Wesensparameter der Rasse einer erleichterten Haltung anzupassen werden ruhige, zutrauliche Tiere bevorzugt.